[Remember The Titans] Mi., 20.10.04 - Mama

Während dem Zivildienst hatten ich und meine Freunde ein Hobby, dass uns sehr viel Vergnügen bereitete: Krieg spielen.
Eines schönen Tages kam R. und erzählte uns von diesen geilen Plastikkanonen, die O. angeschleppt hatte. Man konnte sie bei Pearl für lächerliche 19,95 DM erwerben. Das Set bestand aus einer Pistole und einem Kasten mit Infrarotsensor, den man sich um den Bauch binden musste. Wir bestellten also für geschätzte 200 DM einige von den Dingern (nicht ungewöhnlich, dass die Teile nach der 4. oder 5. Benutzung den Geist aufgaben) und schon bald spielten wir wieder - ganz wie früher - im Wald. Die Reichweite von den Teilen war echt OK, 20 Meter konnt man locker schießen. Man hatte 10 Leben, beim 10. Treffer gab es ein seltsames Geräusch welches den Tod symbolisieren sollte, sich jedoch eher wie der Klang aus Rateshows anhörte wenn jemand eine falsche Antwort gibt.
Eines Tages hatte R. zwei davon abends mit in der Kneipe. Spät am Abend wollten er und T. sich schließlich auf den Heimweg begeben, welchen sie sich mit einer Partie Laserboy zu versüßen gedachten. Nun machen diese Dinger lustige Geräusche, die Außenstehende nach eventuell recht kurzer Zeit auch als nervig empfinden können. Und Betrunkene die vergnügt umherspringen sind normalerweise auch kein Quell der Ruhe. So kam es, dass am örtlichen Bahnhof plötzlich ein Auto zuerst rasant herannahte und dann rasant neben R. zum stehen kam. Aus diesem Auto sprangen rasant zwei Typen in Lederjacken die in (nein, nicht rasantem) zackigem Tonfall riefen:"Polizei! Sofort die Waffe fallen lassen!". R. war verwirrt, denn sein Geist war noch vom vorherigen Alkoholkonsum vernebelt. So kam es nun, dass er sich plötzlich mit dem Körper gegen die Wand gedrückt wahrnahm, nachdem ihm einer der beiden Dorfpolizisten die Waffe aus der Hand geschlagen hatte.
Nach einer kurzen verwirrten Phase die nun die Gesetzeshüter ereilt hatte, klärte R. die beiden über den allenfalls im spielerischen Sinne tödlichen Gefahrengehalt der Waffen auf. Nun zeigten sich die zwei ungrünen Herren in Grün plötzlich sehr interessiert und liessen sich sogleich die Anwendung demonstrieren. Nachdem sie die Geräte ausgetestet hatten, baten sie R. und T., welcher sich inzwischen getraut hatte, aus den Büschen zu kommen um an der bizarren Szene teilzuhaben, doch in zukunft etwas leiser durch die friedlich schlafende Stadt zu ziehen.
"Habt ihr denn nichts besseres zu tun um drei Uhr Nachts?" wollten sie noch wissen. Und die Antwort war der einzig folgerichtige Satz, der mehr über diese Stadt meiner Jugend aussagt als jedes Geschichtsbuch es je könnte:
"Betrunken sind wir doch schon"
[hmm...] Mi., 20.10.04 - Mama
...und ich wollte nicht, dass der Moment endet. ...und ich wollte, dass der Moment nicht endet. ...und ich wollte nicht, dass der nächste Moment kommt um diesen zu beenden.
Jedoch; man kann nie Wissen was der nächste Moment bringt. Trügerisch zu denken, ein Moment könnte ewig währen, denn niemals bleiben wir stehen, immer bewegen wir uns fort vom vorherigen Moment, der zu einer schalen Kopie seiner selbst verkommt, versucht man den nächsten herauszuzögern. Immerfort eröffnen sich Optionen welche soeben noch nicht da waren, die zugleich zerfließen, läßt man sie ungenutzt; ungewiss, ob sie je wiederkehren. Die interessantesten Optionen sind die, die man in eben diesem Moment wahrnimmt, die man jedoch gerade nur in diesem Moment wahrnimmt und sich ihrer später nicht mehr gewahr werden kann. Wie sehr ist unser handeln vorherbestimmt von der Fähigkeit, Momente lesen zu können und so erst die komplette Freiheit unserer Entscheidungen zu erkennen?
Ist es tatsächlich so, dass man Chancen verpasst, oder nicht doch vielmehr so, dass man sie unbewusst verwirft?
[So geht Kapitalismus] Mi., 20.10.04 - Mama
[schrei wenn dir nichts besseres einfaellt] Mi., 20.10.04 - Mama
Natürlich ist mir nicht egal was du tust. Es ist nur so, dass du mir völlig egal bist.
[hmm...] Mi., 20.10.04 - Mama
Bitte heben sie ihre Hand, wenn sie kein Informatiker sind, damit auch die Informatiker sie erkennen.
[Nerdbla] Di., 19.10.04 - Mama Grenzwertiger Beitragsinhalt
Von Netzwerknerdwitzen nun der langsame Wechsel zu debilen VWLer-Scherzen.
[hmm...] Mo., 18.10.04 - Mama
Ich belege jetzt ab morgen künstliche Intelligenz. Ob da bei mir Hoffnung besteht?
kommentare
Ich glaube, wir haben das jetzt beide gemacht.
gHack, 22.06.21, 11:33
20jahre.antville.org
tobi, 22.06.21, 09:35
Ja klar!
Mama, 22.06.21, 08:10
danke für den schönen text. darf ich den auf 20jahre verlinken?
tobi, 22.06.21, 06:28
Ist das sowas wie i-mode?
Mama, 29.05.14, 00:00
Internet kann man ja neuerdings mitnehmen. Dass WAP sich doch durchsetzen würde...?!
fernsehratgeber, 20.05.14, 21:43
musik
