Wochenendmomente

Drinnen im Klub. Sofort sehen sie dort. Ich sehe sie kurz an, bin schon vorbei, in der tanzenden Menge. Wieder mal auf bizarre Weise meine Seltsamkeit bewiesen.

Als ich am Görlitzer Bahnhof aus der UBahn steige, geht ein ca. 60jähriger Mann mit einem Marco Polo - Berlinführer vor mir her. Er wiederholt immer wieder - fast schreiend - flogenden Satz:

Hier steht: Ein Drittel aller Deutschen sind Naziverbrecher!

Die Leute wenden peinlich berührt ihren Blick ab. Er ist langsam, deshalb überhole ich ihn bald. Er sieht mich an. "Hier steht: Ein Drittel aller Deutschen sind Naziverbrecher!" - "Wie, nur ein Drittel?" Er schaut verwirrt, verstummt für fünf Sekunden.

Er erzählt von seinen Erlebnissen aus Madrid. Seine Szenekumpels lauschen gespannt. Es war mir vorher nie aufgefallen, aber sie bewundern ihn scheinbar. Er erzählt davon, dass die Spanier sich schon morgens Tüten bauen. "Was die sich dann erst abends reinziehen müssen". Ihre Augen glänzen, sie wären auch gerne in Madrid jetzt. Die Gespräche halten noch über Stunden dieses Niveau.

Die Integritätsbedingungen prüfen.

Auf der Demo pfeift mir irgendein verwirrter Mensch mit seiner beschissenen Trillerpfeife quasi direkt ins Ohr. Es rauscht jetzt noch ein wenig.

Am liebsten würde ich direkt ihre Köpfe nehmen und sie ein paar mal unsanft in dieses Thunfischzeugs tunken. Wie sie da stehen und sich lachend ihre Bankangestellten-Annekdoten erzählen. "Haha, ja, Frau Meier es ist mir schon klar, dass sie lebenslanges Wohnrecht dort haben, aber überlegen sie doch mal was sie für Vorteile..." Sie überbieten sich stolz mit Stories, wie sie sich aufopferungsvoll um den Profit ihrer Bank gekümmert haben, wie sie für ein bisschen Geld Existenzen zerstört haben. Das macht es für sie aber irgendwie noch lustiger.

Alle können auf einmal Spanisch, irgendwie.

 
:: [linke mich] ::  2 sachten was :: [sach selber was] :: 
 



www.archive.org

 
:: [linke mich] ::  niemand sachte was :: [sach selber was] :: 
 



Wenn ich nicht ich sein kann, wem soll ich dann erzählen wer ich bin?

 
:: [linke mich] ::  niemand sachte was :: [sach selber was] :: 
 



Es hat wohl eh jeder gelesen, aber falls doch noch ein Verlorener dabei ist, der nicht auf dem Sofa mitliest: hier, Wahnsinn

 
:: [linke mich] ::  niemand sachte was :: [sach selber was] :: 
 



Der Senator verwies darauf, dass die Zuständigkeit für die Einsparsumme von 75 Mio. € bei Finanzsenator Thilo Sarrazin liege. Dieser sei sich durchaus bewusst, dass die Einsparungen gesamtwirtschaftlich verheerende Auswirkungen haben würden. Der öffentliche Protest sei jedoch noch nicht groß genug, ihn zum Umdenken zu bewegen.

Studierende trafen Wissenschaftssenator Flierl

Da wird es jetzt völlig schizophren. Die Politikerriege schiebt die Verantwortung weiter, wo sie nur kann. Das geht ganz gut damit zusammen, dass man hier gleichzeitig Bildungsplätze abbauen will und den Studenten Begrüssungsgeld zahlt, wenn sie nach Berlin kommen. Ein absolutes Irrenhaus.

 
:: [linke mich] ::  niemand sachte was :: [sach selber was] :: 
 



Berlin Köpenick Massive

Genau wegen solchen Sache liebe ich digitale Technik. Wenn ich mir das in zehn Jahren nochmal ansehen kann, was weiss ich wo ich dann bin; die Leute, die ich reglemäßig auf den Parties gesehen habe... Einfach eine schön gemachte Dokumentation über Drum&Bass aus Köpenick, runterladbar hier beim Producer Network.

 
:: [linke mich] ::  4 sachten was :: [sach selber was] :: 
 



Total Science – Whistles

Gigantisch gut.

 
:: [linke mich] ::  niemand sachte was :: [sach selber was] ::