[Unterwegs] Fr., 10.1.03 - Mama Searching for the perfect Party
Gestern erst in der Schnabelbar. Traf meinen Geschmack vollkommen. Nur den anderen wurde die Musik dann irgendwann zu hart. Man merkte ihnen deutlich an, dass sie gerne die DJane gedisst hätten. Aber nachdem ich ihnen erzählt hatte, dass sie überhaupt erst zum zweiten mal auflegt und ich ausserdem ziemlich gleichzeitig bei "Sound Advice" von Roni Size ein "Oh, die Platte hab ich auch" droppte, trauten sie sich nicht mehr, irgendwas zu sagen. Auf jeden Fall sind wir dann irgendwann weiter, auf die Suche nach dem "Lovelite". M. wusste wo es ist. Dachte er. Dachten wir auch. War aber nicht so. Nach einer dreiviertelstunde bei derben Minusgraden sind wir dann halt doch einfach in die Astrobar. Da kann man nie was falschmachen, wenn man da hingeht. War ja auch noch ganz nett. Aber: ich gehe aufs Klo und das erste was mir auffällt: ein Plakat mit lauter Terminen. Ein Date unter vielen: Lovelite - Simplonstrasse 38.
[Musik] Fr., 10.1.03 - Mama Die Qual der Wahl
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- hard:edged@water-gate_continuous club mode DJs: Metro, Defiant, Most Wanted MC: Santana
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- Break Punk 2003@maria am ufer_drum&bass Live: Panacea (Position Chrome) DJ: Dose D. MC: Wuzi Khan
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- electric fire friday@arthur's fire club_let's drop the bomb DJs: Stranger (Basstion), Fixed Frequency, Roam, Bumper, Elephant MC: Global
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- Bass Styles@magnet club_drum&bass DJs: Stranger & Flare 5 (Basstion Berlin/Stuttgart), Politone MC: Mace (Recycle)
Wenn mir vor zwei Jahren jemand erzählt hätte:"Am Freitag gibts vier Drum&Bass Parties, hier in Berlin." dann hätte ich ihn für verrückt erklärt oder wäre vor Freude gestorben. Heutzutage weiss man garnicht mehr, wo man eigentlich hingehen soll, weil gut sind sie alle auf ihre Weise, die Parties.
[intern] Do., 9.1.03 - Mama Heissa!
[Konsumterror] Do., 9.1.03 - Mama 1 Kilo = 2 mal 500 Gramm oder: Die Logik des Einzelhandels Teil 1
Denkste! Ich am Montag im Supermarkt. Hmm, heute gönn ich mir mal Markennudeln. Absoluter Luxus. 500g Buitoninudeln für 95,- Cent. Eigentlich eine unverschämte Abzocke. Aber egal. Ab in den Einkaufswagen. Dann biege ich um die Ecke und fahre direkt auf so einen Angebotsstapel zu. 1 Kilo Buitoni für 89,- Cent. Hmm, irgendwie komisch. Aber wenn sie meinen. Ich hab dann gleich mal 5 Kilo gekauft.
[Musik] Mi., 8.1.03 - Mama Mucke
Hammerseite: www.esss.com.br Lauter komplette Alben, gezippt. Viel Post Punk und viel brasilianisches. Sehr schön.
[via Close Your Eyes]
(Nachtrag:) Scheint schon wieder down zu sein...
[Film] Mi., 8.1.03 - Mama Shin jingi no hakaba
Gestern Shin jingi no hakaba oder auch Graveyard of Honor von Miike Takashi gesehen. Ultrabrutaler japanischer Gangsterfilm. Unterlegt von cooler Jazzmusik, die niemals zu dramaturgischen Effekten missbraucht wird, das bekommt der Film auch so hin. Zur Athmosphäre trug sicher auch die japanische Originalsprache bei. Die Dialoge sind gut, aber für Europäer oft etwas befremdlich. Wortkarg stehen sich die Yakuza vor moderner, niemals kitschiger oder klischeehafter japanischer Kulisse gegenüber. Der Ehrenkodex ist immer oberstes Gebot - nur für die Hauptfigur nicht. Der absolute Einzelgänger geht den ganzen Film lang böse dem Untergang entgegen und stürzt immer weiter ab. Aber immer wenn man trotz all der bösen Dinge die er so tut Hoffnung für ihn schöpft, weil er durch eine glückliche Fügung eine Chance auf Entkommen hat schubst er sich selbst wieder die Klippe hinunter und versaut es irgendwie. Absolutes Brett. Anschauen.
[Medien] Di., 7.1.03 - Mama Medienrealität
Gestern, Heute-Journal: 15 Minuten - damit die halbe Sendung lang - wird über einen Hobbyflieger berichtet, der vorgestern über ein paar Bankgebäuden rumflog. Was sonst passierte? Hmm. Was wichtiges kann es nicht gewesen sein, denn es war schliesslich nicht in den ersten 15 Minuten des Heute-Journal.
Sonntagnacht, Nachtstudio. Peter Glotz, Klaudia Brunst und Peter Paul Kubitz diskutierten übers Fernsehen. Ach ja, Christiane zu Salm war auch da und durfte so tun als wenn Neun Live auch ein echter Fernsehsender wäre. Ausserdem sagte sie dann irgendwann, dass das Fernsehen durchaus manipulativ berichten würde, wobei eigentlich keiner wiedersprach. Gleich am Anfang hatten sie sich alle geeinigt, dass die Biografie von jedem von uns entscheidend durch Fernsehbilder mitgeprägt wird. Ja. Von Konditionierung war zwar nicht die rede, aber von bestimmten Bildern, die durch die ständige Wiederholung ins Gehirn gebrannt werden. Von Salm war der Ansicht, das Fernsehen schaffe Realität. Das fand ich sehr interessant, denn wie kann das Fernsehen Realität schaffen? Durch Manipulation der Bilder? Durch geschickte Auswahl selbiger?
Der entscheidende Schritt, dachte ich da, ist doch der der Auswahl, über was denn überhaupt berichtet wird. Wozu manipulieren, wenn man auch einfach nur über das Berichten kann, was einem gerade in den Kram passt. Das Fernsehen schafft also keine Realität, es grenzt nur den Blick auf diese ein und setzt noch ein paar Filter dazwischen. Passend dazu kam heute ein Artikel bei Telepolis, mit dem noch passenderen Titel "Die Welt ist, was die Medien über sie berichten". Darin geht es um den Tyndall-Bericht und die "Top 10 Most Underreportet Humanitarian Stories of 2002". Der Tyndall-Bericht zeigt auf, was zu welchen Teilen in den drei größten US-Sendern in den Primetime-Nachrichten zu sehen war. Naja, was wohl, Nahost, Irak, 11.9. usw. 60 Prozent der Hauptnachrichtenzeit auf die 20 Topstories. Klar, dass da der Eindruck entsteht, es gäbe nichts wichtigeres zu tun. Die andere Seite der Medallie beleuchten die "Top 10 Most Underreportet Humanitarian Stories of 2002", erstellt von den Ärzten ohne Grenzen. Die tragischsten "humanitären Katastrophen", von denen man nichts gehört hat.
- Stell dir vor es ist Krieg, aber es ist gar nicht Krieg, weil niemand darüber berichtet. -
War nach dem Tyndall-Bericht die britische Königsfamilie im Jahr 2002 26 Minuten lang Thema der Nachrichtensendungen, so haben 8 der "Top 10"-Liste der Ärzte ohne Grenzen nur 25 Minuten Aufmerksamkeit erhalten. Wer will auch schon wissen, das im Kongo Krieg ist, wenn doch gleichzeitig die wichtigen Rohstoffe für dein Handy dort her kommen.
Die Konsequenzen? Gegenhalten. Berichten. Sich erinnern. Fragen stellen. Man muss es doch irgenwie schaffen, dass die Medien um Bestimmte Themen einfach nicht herumkommen. Wie? Keine Ahnung. Aber ich denke nach.
kommentare
Ich glaube, wir haben das jetzt beide gemacht.
gHack, 22.06.21, 11:33
20jahre.antville.org
tobi, 22.06.21, 09:35
Ja klar!
Mama, 22.06.21, 08:10
danke für den schönen text. darf ich den auf 20jahre verlinken?
tobi, 22.06.21, 06:28
Ist das sowas wie i-mode?
Mama, 29.05.14, 00:00
Internet kann man ja neuerdings mitnehmen. Dass WAP sich doch durchsetzen würde...?!
fernsehratgeber, 20.05.14, 21:43
musik
