In dem Vergleich HipHop-Hamburg versus HipHop-Berlin werden also zwei entgegengesetzte Formen gesellschaftlicher Dissidenz sichtbar, die sich aus der Musikkultur dieser beiden Städte erklärt: Wer in Hamburg anti ist, ist es immer auf der Folie kultivierter Bürgerlichkeit. In Hamburg hat sogar die Stillosigkeit Stil. Wer in Berlin dagegen ist, macht das aus dem Brachland des »Ghettos« heraus – und hier sind die besetzten Häuser in Berlin-Kreuzberg in den frühen Achtzigern genauso gemeint wie das Märkische Viertel von heute, aus dem Sido seine negative Energie zieht. Teile Berlins liegen eben immer noch einfach außerhalb der deutschen Mainstream-Gesellschaft.

Jungle World: Echt Ghetto  
sach selber was   von Mama
 
supatyp, 17. Februar 2005 um 11:50:04 MEZ

naja, weiß nich

man is immer so stark, wie der gegner es zulässt. und wenn imho "der gegner" in berlin eine lusche ist, dann wird auch das dagegensein luschiger

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Mama, 17. Februar 2005 um 12:22:03 MEZ

Der Vergleich ist schon interessant. Die Beginner, die sich früh von den Majors stützen liessen und Royal Bunker, die bis heute klein sind aber autark funktionieren. Die Geschichte von Royal Bunker hängt untrennbar mit Labelboss Staiger zusammen. Das ist ein Phänomen, weil jeder in Berlin der auch nur entfernt mit HipHop zu tun hat kennt Staiger, wogegen die Künstler auf Royal Bunker garnicht mal so wahnsinnig bekannt sind.

Der Gegner in Hamburg, ja. In Berlin kann man halt relativ unbehelligt seinen scheiss machen, während einem in Hamburg schnell mal jemand auf die Füsse tritt, da haben sie wohl recht.

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supatyp, 17. Februar 2005 um 12:28:37 MEZ

für die beginner tut mir leid

dass die da so kunzemässig das deutschquotending mit unterschrieben haben

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Mama, 17. Februar 2005 um 12:46:01 MEZ

Das hab ich auch nicht verstanden. Kunzemässig triffts da wohl. An so stellen frag ich mich dann immer, ob da dann nicht auch Druck von oben (mal ganz nebulös formuliert) für so Entscheidungen kommt, oder ob die selbst alleine blöd genug waren.

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erasmus von meppen, 18. Februar 2005 um 18:15:10 MEZ

Ich will ja niemanden kränken, aber ich würde sagen, das mit der gesellschaftlichen Dissidenz kann man getrost vergessen; ich persönlich würde das unter dem psychologischen Stichwort "Narzißmus der kleinen Differenzen" und dem ökonomischen der "Produktdifferenzierung" verbuchen. Warum sollte es ausgerechnet in der (nun denn doch:) Popmusik bzw. im HipHop "Dissidenz" geben?

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Rasmus, 18. Februar 2005 um 23:53:51 MEZ

der Name, der Name, begehrt sogar eine alte Dame - dieser Name

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Mama, 19. Februar 2005 um 13:53:41 MEZ

Ich bin der Ansicht, dass da tatsächlich gesellschaftliche Dissidenz im Spiel ist und es sich nicht bloß um eine clever besetzte Nische im Markt handelt. Das wohl auch. Aber wenn man eine Nische der Rapkultur schafft, die vielleicht prollig, vielleicht stumpf, vielleicht primitiv rüberkommt bei einigen, aber zugleich dafür sorgt, dass Kids in gewissen Landstrichen eben nicht anfangen Landser und Störkraft zu hören sondern Rapper die auch mal "Deutschland halts Maul" rufen, dann kann ich gut damit Leben falls sie bewusst eben diese Lücke besetzt haben.

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