Dieser Satz sprang mir eben schon in der U-Bahn ins Auge, dort allerdings mit Bild: Stecken die Streik-Studenten hinter der fiesen Säge-Attacke?

Die Baum-Attentäter veröffentlichten ihr Schreiben auf einer Unistreik-Internetseite.

Man habe den Baum in der Nacht zu Sonnabend angesägt, heißt es in der Mitteilung. Der Sturm ließ die Spitze dann abbrechen, an ihrer Stelle hing ein Transparent: "Gekürzt". In dem Schreiben steht mit drohendem Unterton: "Dieses Mal war es nur ein symbolischer Akt."

Ja, die Weihnachts-Vandalen, die Baum-Attentäter, die anonymen Säger, die Besetzer. In der U-Bahn empörte sich dann auch eine Frau, sie sprach recht laut alle anderen Fahrgäste an. "Die Spinnen doch, die Studenten, rennen nackig rum und wollen noch mehr Geld während ich hunger haben muss". Sie sah mich böse an als ich lachen musste, aber es ging nicht anders als sie, vorsichtig ausgedrückt eine wohlgenährte Person, vom Hunger sprach, eine Schnapsflasche in der Hand. Nachdem sie ausgestiegen war, ging ein Schnorrer durch die Reihen und bat um etwas Geld. Eine Frau sagte laut und deutlich zu ihm:"Nein. Ich gebe nie Geld". Sie sah sich entschlossen um, erwartete, dass wir anderen Fahrgäste bestätigend nicken. Was erdreistet sich auch jemand nach Geld zu fragen? "Wird ja eh alles für Alkohol ausgegeben". Die Frau und der Schnorrer stiegen dann beide am Zoo aus, bis zum Kudamm versuchte dann aber noch ein anderer sein Glück. Er erzählte allerdings nicht wie der vorherige, ob er arbeits- und obdachlos ist. An der Uni habe ich mal wieder nichts vom Streik mitbekommen. Ausser das die Fakultät I - Geisteswissenschaften - ihre Vollversammlung hatte. Es gibt unter meinen WiWi-Kommolitonen übrigens Menschen, welche das wider besseren Wissens "Volksversammlung" nennen. "Was soll der scheiß Streik, ich will doch einfach nur studieren!" sagen sie. Nein, sie sind nicht wirklich an ihrer Umwelt interessiert, sie wollen Unternehmen leiten. Am besten sollte man ihrer Meinung nach diese blöde Fakultät I sowieso abschaffen, Geisteswissenschaften haben doch nichts an einer technischen Universität verloren. Und überhaupt: was üben die denn für Berufe aus später?

In der Cafeteria habe ich mich gestern noch mit einem Freund darüber unterhalten, dass das schönste an einer Steuerreform die ein allseits verständliches Steuersystem schaffen würde wäre, dass dann wohl all die BWLer die sich ihr Leben lang auf irgendwelche steuerrechtlichen Fragen spezialisiert haben gezwungen wären etwas sinnvolles zu tun. Wenn alles einfach wäre, könnte dann nicht jeder was davon haben?

 
sach selber was   von Mama
 
roland, 10. Dezember 2003 um 01:27:49 MEZ

ich hab ja auch mal wirtschaft studiert (in freiburg): einer unserer profs erzählte dann gern, dass es allein in der region baden mehr steuerberater gibt als in ganz frankreich.

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Mama, 11. Dezember 2003 um 01:39:08 MEZ

Ich hab mir das vorhin nochmal vorgestellt und alle bemitleidet, die dort wohnen. Und die Steuerberater selbst auch. Und mich, da irgendwer das was ich mal tun werde ebenso langweilig finden wird.

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kinomu, 11. Dezember 2003 um 01:45:33 MEZ

Worauf hast Du Dich denn spezialisiert?

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Mama, 11. Dezember 2003 um 11:23:47 MEZ

BWL:

  1. Marketing
  2. Personal, Führung und Organisation

Technisch:

  1. Multimediasysteme
  2. Datenbanken

Dann natürlich noch diverse andere Fächer.

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kinomu, 10. Dezember 2003 um 12:44:17 MEZ

Das Steuersystem liesse sich wohl - vor allem für die Arbeitnehmer - verständlicher gestalten. Die spezialisierten BWLer würden aber nach wie vor von Firmen benötigt.

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Mama, 10. Dezember 2003 um 16:05:42 MEZ

Ein geträumter Gedanke unsererseits, zu schön um wahr zu sein. Der Punkt ist ja der: Was diese Steuerspezialisten da tun ist eine Arbeit die gesamtwirtschaftlich betrachtet überhaupt keinen Nutzen stiftet. Die sind ja da, um die Regelungen zu umschiffen welche vom Gesetzgeber als allgemein sinnvoll erachtet und deshalb verabschiedet wurden. Wenn du das Beispiel von Roland betrachtest, es ist schon Krass, wieviele Leute es gibt die das tun.

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