[Film] So., 23.1.05 - Mama TV-Hinweis
Heute 23:00 auf BR3 "Meine italienische Reise": Martin Scorsese stellt den frühen italienischen Film vor. Der erste Teil war letzte Woche schon sehr interessant, heute der zweite Teil.
Im zweiten Teil geht es um Luchino Visconti, das titelgebende subtile Ehedrama 'Reise in Italien' von Roberto Rossellini, Michelangelo Antonioni und Federico Fellini. Dabei konzentriert er sich auf Viscontis Filme 'Senso', 'Die Erde bebt', 'Besessenheit' und 'Bellissima', auf Fellinis Frühwerk 'Die Müßiggänger' und dessen epochemachenden Sensationserfolg 'Das süße Leben', auf Michelangelo Antonionis Trilogie 'L'Avventura' ('Die mit der Liebe spielen'), 'Die Nacht' und 'Sonnenfinsternis' ('Liebe 1962') und vor allem auf Fellinis Meisterwerk 'Achteinhalb'.
[Sport] Fr., 21.1.05 - Mama
[edit: wieder mal verschoben (natürlich)]
Hier nochmal der ultimative Hinweis auf ultimatives Dilettanteneiskunstlaufen morgen, Samstag 15 Uhr (Fernsehübertragung nicht zwingend ausgeschlossen, Anfragen von potentiellen zukünftigen Übertragungsrechteinhabern mit konkreten Preisvorstellungen und Bestechungsutensilien zusätzlichen Incentives an mich).
[!] Fr., 21.1.05 - Mama
Als da eben in dieser Reportage über Onlinegames der Satz "ca. 120 Millionen Euro Umsatz werden pro Jahr nur für den Handel mit virtuellen Items geschätz - allein in Südkorea", da war ich ja schon erstaunt.
Und in den Rechnercafes wo die Leute zocken gibt es extra angestellte, die nur so Items verticken den ganzen Tag lang. Ich bin ja schon ein bisschen Nerd, aber das ist sooo weeeiiirrd.
[hmm...] Do., 20.1.05 - Mama
Während meiner Zivizeit habe ich unter anderem einen Jungen mit autistischen Verhaltenszüge betreut, er war 10 und eigentlich einmal mit der Grundschule durch, aber da sie ihn nicht richtig einzuordnen wussten und die Eltern ihn auf gar keinen Fall auf die Sonderschule schicken wollten kam er einfach nach der 4. Klasse wieder zurück in die 3. Klasse unserer integrativen Grundschule mit der Aussicht zu wechseln sobald am Gymnasium auch in der 5. und 6. Klasse je eine integrative Klasse eingerichtet würden (was dann später auch tatsächlich geschah). Er hatte einen imaginären Freund namens Klüle. Klüle hatte Plasmaaugen, konnte durch Wände gehen und war unsichtbar. Die Lehrerinnen haben immer darauf bestanden, dass es Klühle nicht gibt, aber wir Zivis waren da schon etwas lascher. So war z.B. mein Vorgänger wie ich mit besagtem Jungen einmal die Woche schwimmen. Einmal hatte er einfach die Zahlenkombination seines Fahrradschlosses vergessen. Nach Minuten des Grübelns fragte mein Vorgängerzivi dann ob er nicht mal Klüle fragen könnte und der sagte ihm dann auch tatsächlich bald die Kombination. Genauso liess er sich auch ab und zu Ergebnisse von Matheaufgaben entlocken (nein, er war ganz und gar nicht mathematisch überbegabt). Klüle verschwand dann irgendwann.
Manchmal wüsste ich gerne was Klüle heute so tut.
[hmm...] Do., 20.1.05 - Mama
Irgendwie kam es ihm komisch vor, dass er mit 26 noch mit der Taschenlampe unter der Bettdecke las, zumal er alleine wohnte, und er erzählte es auch lieber niemandem.
[highway to being well] Mi., 19.1.05 - Mama
OK, falls sie immer noch nicht drauf gekommen sind wofür der A380 gut ist, außer den Amerikaner neidisch zu machen: Damit schafft man nun wirklich jede Außenwand eines beliebigen Atomkraftwerks. Aber keine Sorge, es gibt ja trotz der verletzten Wehrgerechtigkeit auch in Zukunft noch gute deutsche Soldaten (ja, die Einberufungspraxis ist ungerecht jedoch Verfassungskonform) die den vorher abschießen können. Unser Staatsoberhaupt hat zwar noch so seine Bedenken, hat das Gesetz aber trotzdem erstmal abgesegnet. Man weiß ja nie, aber jetzt kann er nachher sagen er hätte ja gründlich überlegt. So demonstrativ vorbereitete Gewissensbisse, dass ihm auch keiner böse ist. So wie die Grünen das auch gemacht haben. Die haben allerdings 20 ihrer 25 Jahre dafür gebraucht: Erstmal eine pazifistische Antiatomkraftbewegung aufziehen um dann Krieg in Jugoslawien und Afghanistan zu führen und einen virtuellen Atomausstieg zu vollziehen mit Restlaufzeiten die so lang sind, dass die Strippenzieher tot sind bis die Werke dann doch nicht vom Netz gehen. Aber diese Partei hat auch ein Mustebeispiel hervorgebracht, wie man in diesem unserem Lande erfolgreich sein kann: Ludger Volmer. Mit etwas, dass er mandatsbegleitende Berufstätigkeit nennt.
[abc department] Di., 18.1.05 - Mama
"Da hört der Spaß auf" sagte er und zeigte auf die unsichtbare aber dennoch deutlich erkennbare Trennlinie. Beschwingten Schrittes eilte er auf die andere Seite und fortan war er ein ernsthafter Mensch. Wann immer ihm jemand einen Witz erzählte - niemals war auch nur der kleinste Anflug eines Lächelns auf seinem Gesicht zu sehen. Auch wenn er den Witz schon einmal gehört hatte und obschon er früher darüber lachen konnte wusste er nun nur noch zu sagen: "Den kenn ich, der ist gut!".
-#-
Seinen Sohn und seine Frau kümmerte das nicht besonders, sie waren schon immer von trüber Natur gewesen. Nur hatte es jetzt einen seltsamen Beigeschmack, wenn der Vater dem Sohn mit den Worten "Jetzt ist aber Schluss mit lustig" zu verstehen geben wollte, dass es jetzt aber Zeit sei ins Bett zu gehen. Oder wenn er seiner Frau ohne ein Zucken in den Mundwinkeln sagt:"Du machst mir aber Späße".
-#-
Es war nicht so, dass er keinen Spaß verstünde, oh doch, er verstand. Aber er war unfähig den Spaß zu erleben. Es hatte schon etwas seltsames - er war imstande die schwierigsten Witze in geselleigen Runden (bei denen niemand außer dem Erzähler gelacht hatte) zu erklären, aber er selbst lachte nie. Nie. Besondere schwierigkeiten hatte er immer mit der Frage "Sie verstehen wohl keinen Spaß?" auf die er natürlich nicht mit Nein sondern nur mit "Doch doch. Ich habe ihn nur nicht" zu antworten im Stande war.
-#-
Irgendwann gab er seinen alten Job im Amt auf, kündigte von heute auf morgen wie man so sagt und begann als Gagschreiber für eine große Comedyshow im Fernsehen zu arbeiten. Daraufhin explodierten die Quoten der Sendung schon nach wenigen Wochen. Heerscharen von Fans stürmten nun ins Studio und oft saß er zwischen ihnen mit seiner Familie im Publikum. Er mit steinerner Miene (wobei dieser Ausdruck wohl nicht ganz angemessen ist für seine Mimk; passender um das richtige Bild im Kopf des Lesers zu erzeugen wäre wohl paradoxerweise der Ausdruck mit humorloser Miene was ja, wie oben schon geklärt, nicht korrekt ist), sein Sohn gelangweilt quängelnd und seine Frau genervt vom Gejammer des Sohns. Seltsame Abende waren das, aber man musste ja dort hin, am Erfolg teilhaben. Abends fragte dann sein Sohn immer, ob sie da bald wieder hin müssten und jedes mal wollte der Vater antworten Nein, Nein, Nein jedoch kam ihm das nicht richtig vor, wenngleich es ihm gleichgültig war.
-#-
Im Herbst kam dann ein Beamter vorbei, der Gagschreiber kannte ihn noch von früher aus dem Rathaus, also begrüßte er ihn freundlich (vielmehr handelte er einfach so, dass man es nur für freundlich halten konnte), jedoch hatte der ehemalige Kollege sich nicht aus sentimentalen oder gar freundschaftlichen Motiven zum kommen bewegen lassen. Stattdessen war er in rein dienstlicher Funktion dort. Er hielt ihm einen Stapel schief aufgedruckter und viel zu heller Kopien unter die Nase und keifte:"Du willst dich wohl über uns lustig machen!"
-#-
Im Gefängnis analysierte er von einem Standpunkt den er für objektiv hielt sein Leben und verfasste dann seinen Abschiedsbrief in Form eines Limerick.
kommentare
Ich glaube, wir haben das jetzt beide gemacht.
gHack, 22.06.21, 11:33
20jahre.antville.org
tobi, 22.06.21, 09:35
Ja klar!
Mama, 22.06.21, 08:10
danke für den schönen text. darf ich den auf 20jahre verlinken?
tobi, 22.06.21, 06:28
Ist das sowas wie i-mode?
Mama, 29.05.14, 00:00
Internet kann man ja neuerdings mitnehmen. Dass WAP sich doch durchsetzen würde...?!
fernsehratgeber, 20.05.14, 21:43
musik
